Ein einfacher Ablauf hilft Ihrem Team, Beschwerden ernst zu nehmen und Lösungen mit klarer Zuständigkeit umzusetzen.
Eine Reklamation unterbricht den geplanten Ablauf. Gleichzeitig gibt sie dem Betrieb die Gelegenheit, auf ein Problem zu reagieren, solange der Gast noch da ist. Die erste Antwort sollte deshalb keine Verteidigung sein, sondern das Signal: Ich nehme Ihr Anliegen ernst und kümmere mich darum.
Lassen Sie den Gast möglichst aussprechen. Hören Sie auf den konkreten Anlass und unterscheiden Sie zwischen dem Sachverhalt und dem Ärger darüber. Beides darf Platz haben. Ein ruhiger Ton hilft, auch wenn Sie die Situation noch nicht abschließend beurteilen können.
Erst verstehen, dann lösen
Fassen Sie zusammen, was angekommen ist: ‚Ihr Hauptgericht ist noch nicht da, während die anderen bereits essen.‘ So lässt sich prüfen, ob Sie das Problem richtig verstanden haben. Eine angemessene Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten braucht keine lange Rechtfertigung.
Klären Sie dann, was jetzt möglich ist. Stimmen Sie sich mit Küche oder Schichtleitung ab und geben Sie eine belastbare Rückmeldung. Versprechen Sie keine Zeit oder Leistung, deren Umsetzung Sie nicht prüfen können. Eine ehrliche Auskunft ist hilfreicher als eine schnelle Beschwichtigung.
Handlungsspielräume vorher vereinbaren
Mitarbeitende brauchen klare Zuständigkeiten. Welche Lösung dürfen sie selbst anbieten und wann entscheidet die Schichtleitung? Diese Grenzen sollten vor einer Beschwerde bekannt sein. Ein Team, das bei jedem kleinen Problem nachfragen muss, lässt Gäste unnötig warten.
Besprechen Sie Beispiele aus Ihrem Betrieb und legen Sie sinnvolle Eskalationswege fest. Bei Hinweisen auf gesundheitliche Risiken oder gravierende Produktmängel ist sofort die verantwortliche Person einzubeziehen. Solche Fälle verlangen einen eigenen, verbindlichen betrieblichen Ablauf.
Nachfragen und daraus lernen
Kehren Sie nach der Lösung zum Gast zurück und fragen Sie, ob nun alles in Ordnung ist. Eine Ersatzleistung allein beendet nicht automatisch die Kommunikation. Der Gast sollte erkennen können, wer das Anliegen bis zum Abschluss begleitet.
Halten Sie wiederkehrende Ursachen knapp fest und besprechen Sie sie ohne öffentliche Schuldzuweisung. Geht es regelmäßig um Wartezeiten, unklare Beschreibungen oder fehlende Übergaben? Dann reicht ein freundlicher Umgang mit der einzelnen Reklamation nicht aus. Der Ablauf selbst muss verbessert werden.

Über den Autor
Andreas Möbius
Gastronomie-Coach mit über 40 Jahren Praxiserfahrung. Begleitet Teams und Führungskräfte in Gastronomie und Hotellerie.




