Reservierungen, Zuständigkeiten und ein klares Tagesziel: Ein kurzes Briefing hilft Ihrem Team, mit denselben Informationen in die Schicht zu starten.
Im Restaurant entstehen viele Reibungen, weil Informationen zur falschen Zeit ankommen. Die Küche weiß von einer Änderung, der Service erfährt davon erst bei der Bestellung. Eine Gruppe kommt früher, aber niemand hat die Stationen angepasst. Ein kurzes Servicebriefing schafft vor dem ersten Gast einen gemeinsamen Stand.
Das Treffen sollte so knapp sein, dass es auch an vollen Tagen stattfindet. Fünf Minuten sind ein sinnvoller Startpunkt. Wenn regelmäßig mehr Zeit nötig ist, gehören ausführliche Schulungen und Grundsatzdiskussionen in einen separaten Termin. Das Briefing beantwortet vor allem: Was brauchen wir für diese Schicht?
Drei Fragen für den Start
Erstens: Was erwartet uns? Nennen Sie Reservierungen, Gruppen, besondere Anlässe und absehbare Engpässe. Geben Sie nur die Gästeinformationen weiter, die das Team für die Betreuung benötigt. Zweitens: Was ist heute anders? Dazu gehören fehlende Gerichte, Tagesangebote, Änderungen der Abläufe und die zuständige Ansprechperson für Produktfragen.
Drittens: Wer übernimmt was? Klären Sie Stationen, Empfang, Unterstützung und Übergaben. Gerade bei gemischten Teams aus erfahrenen Mitarbeitenden und Neueinsteigern darf die Verteilung nicht stillschweigend vorausgesetzt werden. Lassen Sie offene Zuständigkeiten sofort benennen.
Ein Schwerpunkt statt einer Wunschliste
Wählen Sie ein konkretes Serviceziel für die Schicht. Beispielsweise: Jeder ankommende Gast wird wahrgenommen, auch wenn nicht sofort ein Tisch frei ist. Oder: Bei einer Verzögerung erhält der Gast aktiv eine ehrliche Information. Solche beobachtbaren Verhaltensweisen sind hilfreicher als die allgemeine Aufforderung, heute besonders gut zu sein.
Eine kurze Übung kann den Schwerpunkt unterstützen. Lassen Sie zwei Kollegen formulieren, wie sie eine Wartezeit ankündigen würden. Es geht dabei nicht um auswendig gelernte Sätze, sondern um eine respektvolle Haltung und eine verständliche Aussage.
Nach der Schicht kurz zurückblicken
Schließen Sie den Kreis mit zwei Fragen: Was hat heute gut funktioniert? Was ändern wir beim nächsten Mal? Sammeln Sie konkrete Situationen und vermeiden Sie öffentliche Schuldzuweisungen. Persönliche Kritik gehört in ein vertrauliches Gespräch.
Notieren Sie nur die wichtigste Vereinbarung und nehmen Sie sie ins nächste Briefing mit. So entsteht ein verlässlicher Lernrhythmus. Der Nutzen liegt nicht im Treffen selbst, sondern darin, dass Absprachen im Betrieb sichtbar umgesetzt werden.

Über den Autor
Andreas Möbius
Gastronomie-Coach mit über 40 Jahren Praxiserfahrung. Begleitet Teams und Führungskräfte in Gastronomie und Hotellerie.



